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ORF-Wahl

Roland Weißmann wird neuer ORF-Generaldirektor

PRESSEGESPR�CH ORF-MANAGER ROLAND WEISSMANN ´�BER DIE ZUKUNFT DES ORF´
Roland Weißmann(c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)
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Roland Weißmann hat mit einer türkis-grünen Mehrheit den Amtsinhaber Alexander Wrabetz ausgestochen. Weißmann kam auf 24 Stimmen, 18 hätte er gebraucht.

Viel wurde diskutiert in letzter Zeit über die Bestellung des neuen (oder alten) ORF-Generaldirektors, nun ist es fix: Der Stiftungsrat hat am heutigen Dienstag in seiner Sitzung den bürgerlichen Kandidaten Roland Weißmann zum neuen ORF-Generaldirektor bestellt. Der Vizefinanzdirektor, TV-Chefproducer und ORF.at-Geschäftsführer hat eine türkis-grüne Mehrheit hinter sich. Er kam auf 24 Stimmen. 18 der insgesamt 35 Stimmen sind für eine Mehrheit nötig. Der langjährige ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz muss seine Amtszeit mit 31. Dezember beenden.

Zur Auswahl standen neben dem ÖVP-Wunschkandidaten Weißmann und Amtsinhaber Wrabetz auch ORF-1-Channelmanagerin Lisa Totzauer, ORF-Technik-Vizedirektor Thomas Prantner sowie Harald Thoma, Geschäftsführer der Pocketfilm Media Entertainment GmbH. Die Mitglieder des Stiftungsrats wählen in nicht geheimer Abstimmung und werden von Regierung, Parlamentsparteien, Bundesländern, ORF-Publikumsrat und Zentralbetriebsrat beschickt. Abgesehen von wenigen Ausnahmen sind sie in parteipolitischen "Freundeskreisen" organisiert. Wrabetz bekam sechs Stimmen, Totzauer fünf Stimmen.

Die Mitglieder des Stiftungsrats werden von Regierung (9), Parlamentsparteien (6), Bundesländern (9), ORF-Publikumsrat (6) und Zentralbetriebsrat (5) beschickt und sind - abgesehen von wenigen Ausnahmen - in parteipolitischen "Freundeskreisen" organisiert.(c) Die Presse

16 der Gremienvertreter gelten als ÖVP-nahe, dazu kommen zwei bis vier weitere türkisnahe unabhängige Stiftungsräte. Die Bürgerlichen votierten geschlossen für Weißmann. Die Grünen, denen drei Stiftungsräte im obersten ORF-Gremium nahe stehen, dürfen für die Wahl von Weißmann laut APA-Infos bei der Besetzung von zwei von vier ORF-Direktoren mehr als nur ein Wörtchen mitreden. Dabei soll es um die Bereiche Programm und Finanzen gehen. Sie plädieren dabei für unabhängige und erfolgreiche ORF-Persönlichkeiten, wie aus dem Stiftungsrat zu hören war.

Zur Person

Roland Weißmann wurde lange als Bewerber gehandelt, am 22. Juli hat er seine Kandidatur dann auch schließlich bekannt gegeben. Der 53-jährige gebürtige Linzer gilt als ÖVP-Wunschkandidat und hat mehrere gewichtige Positionen im ORF inne. So agiert er seit 2012 als "Chefproducer Fernsehen", womit er das größte Programmbudget im ORF verwaltet.

Seit 2017 ist er zudem Vizefinanzdirektor. Diese Funktion soll für ihn geschaffen worden sein, nachdem sich unter anderem die SPÖ-nahen Vertreter im Stiftungsrat gegen ihn als ORF-Finanzdirektor ausgesprochen hatten. Seine Aufgabenpalette wuchs im Jahr 2020 weiter an: Damals wurde er zum dritten Geschäftsführer der ORF-Onlinetochter orf.at und zum Projektleiter für den geplanten ORF-Player bestellt.

Seine ORF-Karriere begann der Magister der Kommunikationswissenschaften 1995 im aktuellen Dienst im ORF-Landesstudio Niederösterreich. Nach Zwischenstopps als Chef vom Dienst bei Ö3 und als stellvertretender Chronikressortleiter in der ORF-Radioinformation, zog es ihn erneut nach Niederösterreich, wo er von 2003 bis 2009 stellvertretender Chefredakteur unter Richard Grasl war.

Ab 2010 war Weißmann dann Grasls Büroleiter in der ORF-Finanzdirektion. Der knapp von Wrabetz bei der ORF-Generaldirektorwahl 2016 Geschlagene machte seinen langjährigen Wegbegleiter Weißmann schließlich auch zum "Chefproducer Fernsehen".

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(her/APA)