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Russische Panzerkolonne nahe des Dnipro in der Südukraine.
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Moderne Kriegsführung

Die Renaissance des Kampfpanzers

Er wurde seit Jahrzehnten vielfach abgewertet, ja totgesagt. Spätestens der Ukraine-Krieg bewies das Gegenteil, freilich auch die Macht moderner tragbarer Panzerabwehr. Über militärisch relevante Irrtümer, Panzertechnik, die Zukunft von T-72, Leopard, Challenger und Co. und Ansichten eines heimischen Panzerexperten dazu.

Wie sich die Dinge doch ändern: Der neue künftige Generalstabschef des Bundesheeres, Generalmajor Rudolf Striedinger, will just der Panzerwaffe wieder mehr Aufmerksamkeit schenken. Alle Kampf- und Schützenpanzer würden nachgerüstet, kampfwertgesteigert, um sie „auf den neuesten Stand zu bringen", wie er im Interview mit dem „Standard" (Freitag/Samstag) sagte. Angesichts des Ukraine-Kriegs habe es eben ein Umdenken gegeben.

Gerade für österreichische Verhältnisse klingt das wirklich so mutig wie einsichtig: Der Kampfpanzer, jene im Ersten Weltkrieg zuerst von den Briten gebaute Waffe, galt doch seit Ende des Warschauer Pakts 1991 oft als Auslaufmodell. Ein konventioneller Krieg mit Teilnahme größerer Panzereinheiten sei jedenfalls in Europa fortan fast unmöglich, hieß es speziell im politischen und medialen Bereich. Auch für Aufstands-, Bürgerkriegs- und Terrorsituationen wurden Kampfpanzer als wenig sinnvoll angesehen, quasi als „zu große Knüppel" dafür.

Bisweilen wurde regelrecht suggeriert, der Westen könne bei Bedarf ohnehin alles mit seinen tollen Luftwaffen und Spezialeinheiten „regeln" - man erinnere sich an den Eroberungszug der Terrormiliz IS im Irak und in Syrien 2014, als viele Kommentatoren ernsthaft fragten, wieso man diese Fanaten-Truppe und ihre Leute nicht einfach aus der Luft zerbombe.

Dass Panzer etwa im syrischen und libyschen Bürgerkrieg, im Irak, in Georgien, Berg-Karabach etc kämpften und kämpfen, ward oft übersehen bis ignoriert; seltsamerweise auch ihre Rolle im Konflikt zwischen der Ukraine und den prorussischen „Republiken" Luhansk und Donezk ab 2014. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs sind sie ein gewohntes Bild, auch wenn große Treffen von Panzereinheiten sehr selten sind. Im Westen mit seiner vielfach naiv-pazifistischen Stimmung musste man einsehen, dass klassische Konflikte, Kriege zwischen Staaten, auch in Europa eben nicht unmöglich geworden sind. Und es haben sich Sinn und Nutzen klassischer Kampfpanzer (Kpz) auch für nicht-klassische Konfliktlagen bestätigt.

Die ominöse Panzerschlacht im Marchfeld

Beides wurde besonders in Österreich lange ignoriert. Der Zustand des Bundesheers, den sogar ein Grüner Bundespräsident beklagte, zeugt davon. So wie auch die legendäre „Panzerschlacht im Marchfeld", von der diverse Politiker, Journalisten, Wiener Bürgermeister und sogar Verteidigungsminister fabulierten. Nach Ende des Ostblocks sei die doch undenkbar, hieß es. Also brauche das Heer keine schweren Waffen mehr.

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