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Leitartikel

Das überraschend rasche Ende der Generation Kurz

Die Generation Kurz ist Geschichte.
Die Generation Kurz ist Geschichte.(c) APA (Hans Punz)
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Man kann die ÖVP offenbar nur türkis übermalen, das alte Schwarz kommt jedoch immer wieder zum Vorschein. Über einen gescheiterten Reform-Versuch.

Also sprach Elisabeth Köstinger: „Mit dem Obmannwechsel ist eine Aufbruchsstimmung verbunden. Die Kommunikation hat sich verändert – nach innen und nach außen. Unser Parteichef hat von Beginn an gezeigt, dass er anpackt. Dass er es offensiver angeht.“ Das war 2014. Elisabeth Köstinger war soeben Vize-Parteichefin unter dem neuen Obmann Reinhold Mitterlehner geworden. Doch Köstinger wechselte innerparteilich recht bald die Fronten. Sie wurde zur begeisterten „Kurzianerin“, zur letzten aufrechten gewissermaßen in der aktuellen Bundesregierung.

Bis zu ihrem eleganten Abgang am Montagvormittag. Schon länger geplant, hieß es, eigentlich habe sie schon mit Kurz gehen wollen. Manche Länder hätten das durchaus gern gesehen, manche Lebensmittelkonzerne wohl auch, mit denen sie sich angelegt hatte. Doch Karl Nehammer wollte offenbar, dass sie bleibt. Die Niederösterreicher angeblich auch. Eine Übergangsfrist soll vereinbart worden sein. Vielleicht hatte sie nun aber auch keine Lust mehr auf einen U-Ausschuss-Auftritt in ihrer Funktion als Ministerin. Dass man noch keine fixen Nachfolger zur Hand hat, spricht jedenfalls nicht dafür, dass die Rochade von langer Hand geplant war.

Das Konzept von Sebastian Kurz, nicht gerade archetypische ÖVP-Vertreter in die Ministerien zu setzen – irgendeinen Bauernbündler aus Niederösterreich oder Tirol zum Beispiel – ist an sein Ende gekommen. Und es hat auch nicht zwingend so toll funktioniert, wie das Beispiel der ehemaligen Telekom-Managerin Margarete Schramböck, die er zur Wirtschaftsministerin machte, zeigt.