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Wie Bruckner sie wollte . . .

Derzeit bringt das Brucknerhaus Linz alle Sinfonien des Namensgebers in Ursprungsfassungen, gespielt von den weltbesten Originalklangorchestern.

Christoph Schering und das Neue Orchester bringen Bruckners 1. Sinfonie im Originalklang.
Christoph Schering und das Neue Orchester bringen Bruckners 1. Sinfonie im Originalklang. Stefanie Kunde
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Sie sind das Kernstück des heurigen Internationalen Brucknerfests Linz: die Aufführungen aller Sinfonien des Namensgebers in ihren Erstfassungen und mit Instrumenten, wie sie zur Zeit des Schöpfers üblich waren.

Namhafte Künstler

Zahlreiche große Interpretennamen finden sich im Programm: Heute Abend werden es Christoph Spering und Das Neue Orchester sein, die eine Schöpfung Bruckners im Originalklang zum Besten geben. Sie stellen dabei zwei „späte Sinfoniker“ einander gegenüber – nämlich Anton Bruckner und Johannes Brahms. Von beiden wird die 1. Sinfonie präsentiert. Und als Besonderheit positioniert Spering jeweils vor diesen Werken Ludwig van Beethovens „Coriolan“-Ouvertüre, hatten doch Bruckner und Brahms’ sinfonische Schöpfungen jene Beethovens als Wurzel. „Das kecke Beserl“, wie Bruckner seine Erste später nannte, wird in der „Linzer Fassung“ gespielt.

Mit der Dritten folgt am 26. September Pablo Heras-Casado, der diese auf Richard Wagners „Wesendonck-Lieder“ treffen lässt. Dabei möchte er, wie er im Interview sagte, „das Genie des Komponisten spürbar machen“. Er finde, „dass dieser Zyklus, der von so vielen wichtigen Werken unbekanntere Versionen präsentieren wird, sehr interessante Blickwinkel bringen und für das Publikum ein neues, großes Ganzes ergeben wird – und ich bin froh, Teil davon zu sein“, so Heras-Casado über den Originalklangzyklus des Brucknerfests, der eine Weltpremiere darstellt. Er werde, wie auch die anderen Dirigenten, „herausarbeiten, welche andere Palette an Möglichkeiten es gibt, was Texturen, Balancen und Dynamiken betrifft“. Dies eröffne gerade bei der Dritten „einen anderen Weg der Interpretation, den ich sehr bereichernd finde“, so Heras-Casado.

Ganz an den Anfang von Bruckners sinfonischem Schaffen geht am 28. September Stefan Gottfried, der mit dem Concentus Musicus Wien Bruckners „Studiensinfonie“ zum Besten geben wird. Den Namen trägt das Werk, weil Bruckner diesen Erstling verfasste, als er seine Ausbildungszeit bei Otto Kitzler 1863 abschloss. Gegenübergestellt wird diese Sinfonie Felix Mendelssohn Bartholdys „Sinfonia VIII“, die ebenfalls während eines Kompositionsunterrichts entstand, und Ludwig van Beethovens Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2, das dieser 15-jährig komponierte, um sich der Welt als Pianist und Komponist gleichermaßen vorzustellen. Solist bei Letzterem ist Kristian Bezuidenhout.

Kent Nagano bringt mit Concerto Köln am 4. Oktober Bruckners Vierte in Kombination mit Werken seiner Zeitgenossen Béla Kéler und Benjamin Godard. Jérémie Rhorer und Le Cercle de l’Harmonie setzen unter dem Motto „Befreien“ mit Bruckners Siebenter fort (6. Oktober). Und bevor Jakob Lehmann und Les Siècles mit Bruckners Neunter und Wolfgang Amadé Mozarts „Jupiter“-Sinfonie im Originalklang die Reihe abschließen (10. Oktober), möchte Ádám Fischer mit The Orchestra of the Age of Enlightenment herausarbeiten, welche Bezüge es in Bruckners 5. Sinfonie zu Wolfgang Amadé Mozarts „Requiem“ gibt (8. Oktober).