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Jubiläum mit nationaler und internationaler Kunst

Die Messe ART&ANTIQUE in der Hofburg feiert heuer ihr 55-jähriges Bestehen und lockt mit Besonderheiten unter den Ausstellungsstücken und im sozial engagierten Rahmenprogramm.

Maria Lassnig, Ohne Titel (Blumenstillleben), 1988, Aquarell auf Papier
Maria Lassnig, Ohne Titel (Blumenstillleben), 1988, Aquarell auf Papier Galerie Magnet/Bildrecht Wien 2024
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Was tut sich im Kunsthandelssektor? Was bietet die Crème de la Crème an Ausstellerinnen und Ausstellern vor allem aus dem deutschsprachigen Raum gerade an? Was davon könnte dem eigenen Geschmack entsprechen? Mit Fragen wie diesen kommen Kunstinteressierte seit nunmehr 55 Jahren zur ART&ANTIQUE in die Hofburg. Zum halbrunden Jubiläum bringt man von 7. bis 11. November eine Ausgabe dieser Messe für Kunst, Antiquitäten und Design, die Traditionen und Besonderheiten gleichermaßen bieten wird.

An fünf Messetagen wird man im imperialen Ambiente auf 3500 Quadratmetern rund 40 renommierten nationalen und internationalen Ausstellerinnen und Ausstellern Platz bereiten. Diese präsentieren unter anderem zartes Glas, edlen Schmuck, kostbare Uhren, ausgefallene Designstücke sowie Möbel- und Kunsthandwerk-Raritäten. Moderne und zeitgenössische Kunst ist ebenso dabei wie Archäologie, Asiatika, Antiquitäten, Porzellan, Volkskunst, Ikonen und vieles mehr. Weiterhin erfreuen sich vor allem Bilder und Skulpturen großer Beliebtheit bei Sammlerinnen und Sammlern sowie Besucherinnen und Besuchern. Dem wird natürlich Rechnung getragen – und die Bandbreite ist groß. In der aktuellen Ausgabe der Messe werden für die Interessierten beispielsweise Werke von Kiki Kogelnik und Maria Lassnig, von Albrecht Dürer, Marc Chagall und Pablo Picasso, von Christian Ludwig Attersee, Wolfgang Hollegha, Arnulf Rainer, Albin Egger-Lienz, Helene Funke und Erwin Wurm dabei sein. Sowohl regional als auch überregional wirkende Galerien, deren Rang und Bedeutung internationalen Maßstäben standhalten, nehmen an der Veranstaltung teil.

Seit Generationen

„Das Schöne an dieser Messe ist, dass es eine Generationenmesse ist. Es freut mich besonders, dass wir immer noch Aussteller der ersten Stunde dabeihaben“, sagt Organisatorin Alexandra Graski-Hoffmann – und verweist auf Familienbetriebe, die seit Generationen im Kunsthandel aktiv sind. „In Wahrheit ist die ganze Branche eine große Messefamilie.“ Auch sie selbst ist bereits als Kind durch ihre Eltern in Kontakt mit dem Messegeschehen gekommen. „Es ist besonders, wie in dieser Branche das Feuer und die Leidenschaft weitergegeben werden“, so Graski-Hoffmann. „Und die ART&ANTIQUE ist immer die wichtigste Leistungsschau des Jahres für den Kunsthandel.“

Erwin Wurm, „Short Bag YSL“, 2018
Erwin Wurm, „Short Bag YSL“, 2018 Galerie 422 Margund Lössl/Bildrecht Wien 2024

Natürlich gibt es Galerien, die auf der ART&ANTIQUE HOFBURG Vienna seit vielen Jahren gern gesehene Mitwirkende sind. Zu diesen gehört das Kunsthaus Wiesinger, das heuer beispielsweise mit Skulpturen von Hubert Hanghofer und Oskar Höfinger vertreten ist. Auch die Galerie Magnet gehört dazu, sie bringt dieses Mal Werke von Maria Lassnig, Martha Jungwirth und Werner Berg. Walter Moskat Kunst und Antiquitäten ist ebenfalls seit Langem Wegbereiter und -begleiter der Messe, heuer hat man beispielsweise eine besondere Tischuhr im Sortiment. Und auch die Galerie Kovacek & Zetter und die Galerie Sylvia Kovacek Spiegelgasse Gemaelde Glas, die Alfons Walde, Maria Lassnig und Erwin Wurm beziehungsweise Egon Schiele und Alfons Walde im Sortiment haben, gehören zu den „alten Hasen“ der ART&ANTIQUE.

„Die meisten sind Stammaussteller“, sagt Graski-Hoffmann, „aber es gibt auch Wiederkehrer und vereinzelte Galerien, die erstmals dabei sind.“ Im Messegeschehen selbst zählt dann natürlich auch die Art der Präsentation. Einzelne Galerie sind seit Jahren an ihrem Stammplatz, so hat die Familie Kovacek beispielsweise schon lang mehrere Stände im Zeremoniensaal. „Durch moderne Standkreation können immer wieder neue Standards ermöglicht werden“, erzählt die Messeorganisatorin. Und auch wenn nach „modern“ und „klassisch“ eingeteilt wird und großen Formaten natürlich der nötige Platz eingeräumt werden muss, so gehe es bei der Messe in der Hofburg doch auch sehr stark um das besondere Ambiente. „Das Erkennungsmerkmal, das wir uns als Messeveranstalter schon lang aufgebaut haben, ist, dass wir die schönsten Plätze nutzen dürfen – und damit eine ganz besondere Atmosphäre.“

In dieser können sich Besucherinnen und Besucher „dazu inspirieren lassen, wie Kunst auch in ihre Wohnungen Freude bringen kann“, wie Alexandra Graski-Hoffmann unterstreicht. Natürlich spüre man auch im Kunsthandel die aktuelle wirtschaftliche Unsicherheit, jedoch „ist Kunsterwerb vor allem eine Leidenschaft. Ich hoffe, dass sich die Menschen auch weiterhin etwas Gutes und Schönes gönnen und damit Leben in ihr Zuhause bringen“. Es gebe ja neben den großen Namen für kleinere Geldbörsen auch noch nicht entdeckte Künstlerinnen und Künstler – und unterschiedliche Motivationen, Kunst zu erwerben.

Alfons Walde, „Frühling in Tirol“, 1932, Öl auf Karton,
Alfons Walde, „Frühling in Tirol“, 1932, Öl auf Karton, Galerie Sylvia Kovacek Spiegelgasse Gemaelde Glas, © Peter Franc/Bildrecht, Wien 2024

Soziales Engagement

Moderne Akzente setzt die ­ART&ANTIQUE HOFBURG Vienna heuer auch, indem man gesellschaftlich relevante Themen aufgreift und im Rahmenprogramm soziales Engagement zeigt. Unter dem Titel „Kunsthändler*innen helfen“ stellen fünf Kunsthändlerinnen und Kunsthändler, nämlich die Galerie bei der Albertina Zetter, die Galerie Sylvia Kovacek Spiegelgasse Gemaelde Glas, Kunsthandel Giese & Schweiger, Kunsthandel Freller und Florian Kolhammer, art since the turn of the 20th century, je ein herausragendes Werk ihrer Galerie zur Verfügung. Die fünf Kunstwerke werden im Rahmen der Kunstmesse ART&ANTIQUE am 10. November um 15 Uhr verlost werden. Der gesamte Erlös dieser Aktion wird an die WE&ME Foundation gespendet. Dabei möchte man Bewusstsein für eine oft übersehene und doch so wichtige Angelegenheit zu schaffen: Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS), besser bekannt als chronisches Erschöpfungssyndrom. Schon jetzt kann man sich ein Los sichern und mit einer Spende helfen. Die Lose werden bei M.A.C. Hoffmann, allen teilnehmenden Kunsthändlerinnen und Kunsthändlern sowie auf der ­ART&ANTIQUE verkauft. Auf der ART&ANTIQUE in der Hofburg wird sich dann entscheiden, wer die Kunstwerke erhält. Gewinnen kann man unter anderem eine Farblithografie von Marc Chagall, ein Werk von Hans Staudacher sowie neun Stielgläser von Koloman Moser aus handgeblasenem, farbigem Glas. Zudem wird eine neue Werkserie von Star-Fotograf Brent Stirton präsentiert, die in Zusammenarbeit mit der WE&ME Foundation entstanden ist. Im August 2024 besuchte er zehn an ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome) erkrankte Menschen und dokumentierte, wie stark diese wenig erforschte Krankheit den Alltag der Patienten und ihrer Angehörigen dominiert und einschränkt. In einfühlsamen und berührenden Bildern nähert sich Stirton einer Krankheit an, die aufgrund ihrer schwerwiegenden Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen meist unter Ausschluss der Gesellschaft ertragen werden muss und die Erkrankten oft aus ihrem sozialen Leben herausreißt. Das Projekt „Kunsthändler*innen helfen“ entstand in Zusammenarbeit mit der Familie Ströck und Lois Lammerhuber/Festivaldirektor La Gacilly-Baden Photo und soll zur öffentlichen Wahrnehmung von ME/CFS beitragen.

Helene Funke, „Stillleben mit Früchten, Krug und kleiner Skulptur“, um 1920, Öl auf Leinwand
Helene Funke, „Stillleben mit Früchten, Krug und kleiner Skulptur“, um 1920, Öl auf Leinwand Kunsthandel Hieke

Türen für Kinder öffnen

In diesem Jahr gibt es auf der ­ART&ANTIQUE HOFBURG Vienna auch wieder ein Kinderprogramm. Ein 90-minütiger Schnupperkurs mit dem Namen „Kindersalon à ­table“ bietet eine Einführung in die Umgangsformen und eine kurze, kindergerechte Führung durch die Ausstellung. „Wir wollen zeigen, dass unsere Türen für alle offen sind. Ich bin auch so aufgewachsen, dass meine Eltern mich überallhin mitgenommen haben“, erzählt Graski-Hoffmann. „Und so wollen wir auch für Kinder da sein, die ja die Kunden von morgen sind. Begeisterung und Leidenschaft für Kunst kann man nur wecken, wenn man den Besuch von klein auf ermöglicht. Und in der Hofburg zu sein, ist schon allein imposant.“ In dem Workshop gehe es beispielsweise darum, wie man sich auf einer Messe bewegt und welche Fragen man stellen könnte.

Hinzu kommt eine Buchpräsentation in Kooperation mit der Galerie Maier, zu der neben anderen auch Sänger Max Raabe anreist. Hier kann man erste Blicke in das KunstKochBuch werfen, das in Kooperation mit dem Künstler Rudolf Draheim aus Berlin sowie Kindern aus Südtirol, Österreich und Tunesien entstanden ist. Fünf leidenschaftliche und visionäre Meisterköche, Paul Ivić aus Wien, Josef Mühlmann aus Osttirol, Khemais Riabi aus Tunesien, Christof Hellweger und Hanspeter Sinner aus Südtirol gehören ebenfalls zu den „Zutaten“ für ein besonderes KunstKochBuch mit vegetarisch-veganen Gerichten zugunsten des Vereins Kinderhilfe Potsdam. Auch durch diese Veranstaltung innerhalb der Messe wolle man sich neuen Zielgruppen gegenüber öffnen – und Leidenschaft wecken, was ja generell ein Ziel der ART&ANTIQUE ist.

Albin Egger-Lienz, „Mittagessen“, um 1920, Öl auf Leinwand
Albin Egger-Lienz, „Mittagessen“, um 1920, Öl auf Leinwand Kunsthandel Freller

Information

ART&ANTIQUE HOFBURG Vienna

07. bis 11. November 2024
Do.–So. 11.00 bis 19.00 Uhr
Mo. 11.00 bis 18.00 Uhr
www.artantique-hofburg.at