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So geht vorbildliche Infrastrukturentwicklung

In Kärnten kennt man den Schlüssel für nachhaltigen Wohlstand und internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Dreh- und Angelpunkt: Das Logistik Center Austria Süd (LCA Süd).
Dreh- und Angelpunkt: Das Logistik Center Austria Süd (LCA Süd). Beigestellt
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Kärnten befindet sich inmitten eines dynamischen Wandels seiner Infrastrukturlandschaft. Die kontinuierlichen Investitionen und Projekte wie die Koralmbahn, der Ausbau des Karawankentunnels und die strategische Positionierung des Logistikcenters Süd (LCA Süd) transformieren die Region zu einem bedeutenden Wirtschafts- und Mobilitätshub in Mitteleuropa. Diese Entwicklungen sind nicht nur essenziell für die regionale Wirtschaft, sondern auch für die Position Kärntens im internationalen Wettbewerb sowie für eine vielfältige Nutzung jenseits des Tourismus.

Westbahn kommt

Mit der Inbetriebnahme der neuen Koralmstrecke im März 2026 wird sich das Bahnangebot in Österreich grundlegend verändern. Neben der ÖBB wird auch die Westbahn auf der südlichen Verbindung zwischen Wien und Villach fahren – ein bedeutender Schritt, der den Pendlerinnen und Pendlern sowie Fernreisenden deutlich mehr Komfort und Flexibilität bietet. „Wir freuen uns darauf, für unsere Kundinnen und Kunden ein neues Kapitel im österreichischen Bahnverkehr aufzuschlagen“, sagt Westbahn-Geschäftsführer Marco Ramsbacher. „Die Westbahn wird erstmals auf der Südstrecke von Wien über Graz und Klagenfurt bis Villach fahren. Wir freuen uns, für die Bahnreisenden entlang der Südstrecke ein neues, erstklassiges Angebot zu schaffen und sind überzeugt, dass damit das Qualitätsniveau im Bahnverkehr auf dieser Strecke insgesamt verbessert wird.“

Das neue Angebot umfasst fünf tägliche Verbindungen pro Richtung. Ziel ist es, die Defizite im bisherigen Bahnverkehr zu beheben und eine zuverlässige, hochqualitative Alternative für Pendlerinnen und Pendler sowie Touristen zu schaffen. „Wir wollen unser verlässliches und hochkomfortables Westbahn-Angebot auch Richtung Süden auf Schiene bringen“, so Ramsbacher weiter. „Mit den neuen Hochgeschwindigkeitszügen setzen wir auf modernste Technik. Sie erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h und bieten insgesamt 422 Sitze in drei Komfortklassen.“

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Die Reisezeiten werden deutlich verkürzt: Knapp dreieinhalb Stunden von Wien nach Villach. Von Graz ist man in unter 40 Minuten in Klagenfurt. Hintergrund dieser Entwicklung ist die Koralmbahn, die nicht nur den Güter- und Personenverkehr beschleunigt, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung in Südkärnten ankurbeln soll. Ramsbacher sieht darin eine Chance, die Mobilität in der Region nachhaltig zu verbessern: „Trotz einiger Verzögerungen durch die Bauarbeiten der Koralmbahn konnten wir die Pläne umsetzen. Der Start hängt nun von der Trassenvergabe ab, doch wir sind zuversichtlich, dass wir bald unseren Beitrag zur stärkeren Vernetzung Kärntens leisten können.“

Impulsgeber

Mit dem Start der Koralmbahn erlebt das Lavanttal eine bedeutende Aufwertung als Wirtschaftsstandort und Bildungsregion. Johannes Gastrager, Geschäftsführer des RML Regionalmanagement Lavanttal, betont: „Die Region hat bereits in der Vergangenheit vom Ausbau der Infrastruktur profitiert, insbesondere vom Bau der A2 Südautobahn. Dieser Schritt hat die Zahl der Erwerbstätigen verdoppelt und die Wirtschaftsstruktur deutlich verbessert.“ Er sieht die Koralmbahn als nächsten Meilenstein: „Wir erwarten einen ähnlichen, noch weitreichenderen Effekt. Die Pendelzeiten werden kürzer, der Arbeitsmarkt wächst und die Region wird insgesamt attraktiver.“

Ein zentrales Projekt in diesem Zusammenhang ist der geplante Technologiepark Lavanttal, der direkt beim neuen Bahnhof in St. Paul entsteht. Gastrager erklärt: „Der Technologiepark soll Innovation und Zusammenarbeit fördern, interkommunale Potenziale heben und die Region noch stärker vernetzen.“ Das schafft Raum für Innovationen und Unternehmensentwicklung.

In der Koralmbahn sieht auch Wolfgang Sattler, Geschäftsführung des PMS Technikum Lavanttal, einen entscheidenden Vorteil: „Sie verbessert die Anbindung an Kärnten, die Steiermark und den Alpe-Adria-Raum erheblich.“ Für das regionale Innovationsökosystem, insbesondere im Bereich Bildung und Unternehmertum, bedeute das eine stärkere Positionierung. „Die Verbindung erhöht die Flexibilität für Studierende und Berufstätige, fördert die Ansiedlung neuer Unternehmen und stärkt unser Profil als Bildungs- und Innovationsstandort.“

Wolfgang Sattler, Geschäftsführung des PMS Technikum Lavanttal.
Wolfgang Sattler, Geschäftsführung des PMS Technikum Lavanttal. reneknabl.com

Gastrager hebt die Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit hervor: „Unsere Region setzt auf gemeinsame Projekte wie den Technologiepark und auf das strategische Potenzial, das durch die Zusammenarbeit aller neun Gemeinden entsteht.“ Zudem unterstreicht er die Rolle des FH Extended-Formats: „Dieses berufsbegleitende Studienangebot ist ein wichtiger Baustein für die Fachkräftesicherung. Mit der verbesserten Infrastruktur durch die Koralmbahn wird das Studium für viele noch zugänglicher.“

Insgesamt zeigt sich: Die Koralmbahn ist für das Lavanttal nicht nur eine neue Verkehrsverbindung, sondern ein Motor für Wirtschaft, Bildung und Lebensqualität. „Mit dieser Infrastruktur schaffen wir die Voraussetzungen für eine demografisch stabile, attraktive Region zwischen Graz und Klagenfurt – ein Zukunftsraum im Alpen-Adria-Raum, der durch Innovation und Zusammenarbeit geprägt ist“, sagt Gastrager.

Strategischer Knotenpunkt

Das Logistik Center Austria Süd (LCA Süd) in Fürnitz positioniert sich zunehmend als zentraler Dreh- und Angelpunkt im europäischen Logistiknetz. Mit einer Lage im Dreiländereck Österreich, Italien und Slowenien sowie am Schnittpunkt der West-Balkan- und Baltisch-Adriatischen Achse bietet das LCA Süd ideale Voraussetzungen, um Kärntens Rolle als Logistik-Hotspot zu stärken. Besonders die Eröffnung der Koralmbahn verspricht, die Bedeutung des Standorts erheblich zu steigern und die internationale Vernetzung weiter zu vertiefen. „Mit der Koralmbahn treten wir in eine neue Dimension der internationalen Vernetzung ein“, sagt Andreas Pichler, Geschäftsführer des LCA Süd. Durch die verbesserten infrastrukturellen Anbindungen wird Fürnitz noch attraktiver für Logistikunternehmen und Industriebetriebe, die auf effiziente, schnelle Versandwege angewiesen sind. Die Kapazitätserweiterung durch die Koralmbahn ermöglicht mehr Güterzüge, eine höhere Servicequalität sowie eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Nord-Süd-Verkehr.

Langfristiges Ziel ist es, die LCA-Flächen durch Arrondierung der Grundstücke für die Ansiedlung großer, zusammenhängender Logistikflächen attraktiv zu machen. Diese Flächen bieten die Möglichkeit, Dienstleistungen wie Konsolidierung, Verpackung oder leichte Montage anzubieten und somit die Verkehre in die Adria- und CEE-Regionen zu stärken.

Trotz der positiven Perspektiven weist Pichler auf Herausforderungen hin: „Die Infrastrukturentwicklung bei der ÖBB erfolgt gemäß dem Rahmenplan 2025–2030. Aufgrund bürokratischer Verfahren und Haushaltszwängen kann es zu Verzögerungen kommen.“ Dennoch bleibt die Zielsetzung klar: Die Erweiterung des Standorts soll vor allem die Branchen Bau, Holzindustrie, Logistik sowie die Lebensmittelbranche stärken. Besonders die Rail-first-Strategie mit geringen Gleisanschlussanforderungen und regelmäßigen Transferverbindungen nach Triest soll die Wettbewerbsfähigkeit weiter steigern. Es ist mit einem Anstieg des Fachkräftebedarfs im Bereich Terminalbetrieb, Logistik, Zoll, Instandhaltung und IT zu rechnen. Diese Entwicklung unterstreicht die Bedeutung einer gezielten Qualifikations- und Ausbildungsstrategie, um den zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden.

Information

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