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Zuversicht braucht Kapital, Vertrauen und Verantwortung

Das Energiepanel beim KitzSummit 2026. Von links nach rechts: Constantin Vana (Blackvolt), Michael Sponring (PwC Österreich), Ruben Schuster (Lufthansa), Michael Strugl (VERBUND) und Bernhard Müller (PwC Österreich).
Das Energiepanel beim KitzSummit 2026. Von links nach rechts: Constantin Vana (Blackvolt), Michael Sponring (PwC Österreich), Ruben Schuster (Lufthansa), Michael Strugl (VERBUND) und Bernhard Müller (PwC Österreich). Beigestellt
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Am Nachmittag verlagerte sich der Blick auf die wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen neuen Aufbruch. Im Zentrum stand die Frage, wie Europa vorhandenes Wissen, Unternehmergeist und Innovationskraft besser in Wachstum übersetzen kann.

Ante Spittler, Mitgründer des FinTech-Unternehmens Moss, diskutierte mit Marie-Helene Ametsreiter von Speedinvest über Wachstum, Kapital und neue Finanzstrukturen in Europa. Gute Ideen allein reichen nicht: Unternehmen benötigen ebenso Zugang zu Kapital, Märkten und Rahmenbedingungen, die Wachstum ermöglichen.

Im anschließenden Panel über Crypto, Stablecoins und die Digitalisierung des Finanzmarktes trafen unterschiedliche Bereiche der Finanzwelt aufeinander. Martin Kocher, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank und Mitglied im EZB-Rat, diskutierte mit Mazurka Zeng von Bybit EU, Stefan Neubauer von der Kathrein Privatbank und Willi Hemetsberger von Ithuba Capital. Die Gesprächsführung übernahm erneut Marie-Helene Ametsreiter.

Damit waren Perspektiven von Zentralbank und klassischem Banking über Kapitalmarkt bis zur Kryptoindustrie vertreten. Diskutiert wurde auch der digitale Euro und damit die Frage, wie sich Geld und Zahlungsverkehr in Europa durch Digitalisierung verändern könnten. Darüber hinaus ging es um das Spannungsverhältnis zwischen Innovation, Regulierung, Vertrauen und Wettbewerbsfähigkeit.

Eine andere Perspektive auf ­Kapital und Werte eröffnete der Kunstmarkt. Diana Segantini und Philip Machat diskutierten unter der Gesprächsführung von Paul Frey über Anlage, Werte und Perspektiven. Damit wurde auch ein Bereich einbezogen, in dem finanzieller Wert und kulturelle Bedeutung unmittelbar aufeinandertreffen. Zum Abschluss wurde die Frage nach Zuversicht noch einmal grundsätzlicher gestellt. Der Philosoph Hanno Sauer beschäftigte sich mit Moral in einer fragmentierten Welt, Oliver Errichiello mit Verantwortung, Führung und Vertrauen in Unternehmen.

Europas Zukunft gestalten

Damit führte der KitzSummit zurück zu einer Ebene, die sich durch den gesamten Tag zog: Geopolitische Handlungsfähigkeit, technologische Resilienz, wirtschaftliche Stärke und gesellschaftliches Vertrauen sind keine voneinander getrennten Aufgaben. Sie bedingen einander.

Mit der Premiere in Wien begann für den KitzSummit nach drei Jahren in Kitzbühel ein neues Kapitel. Die Grundidee blieb unverändert: unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven zusammenzubringen und Raum für den Austausch über Europas politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft zu schaffen.

Eine Aussage blieb über die unterschiedlichen Themenfelder hinweg bestehen: Wir alle sind auf der Suche nach Zuversicht. Der KitzSummit lieferte darauf bewusst keine einfache Antwort. Vielmehr zeigte sich, dass Zuversicht dort entstehen kann, wo Handlungsspielräume erkannt, Innovation zugelassen und Verantwortung übernommen wird.

Die damit verbundene Frage bleibt auch nach dem KitzSummit bestehen: Wie kann aus Unsicherheit wieder Gestaltungskraft entstehen?