Mit der Ausstellung „Phyllida Barlow“ präsentiert die Kunsthalle Krems ab November 2026 erstmals in Österreich das Werk einer der bedeutendsten Bildhauerinnen der Gegenwart. Die britische Künstlerin (1944–2023) hat die internationale Skulptur der letzten Jahrzehnte entscheidend geprägt und wurde mit ihren monumentalen Installationen weltweit bekannt.
Mit Präsenz
Barlows Werke entstehen aus Materialien, die auf den ersten Blick unspektakulär wirken: Holz, Gips, Stoff, Plastik oder Polyurethan. Daraus entwickelt sie großformatige Konstruktionen, die improvisiert erscheinen und dennoch eine enorme Präsenz entfalten. Ihre Skulpturen werden gestapelt, gefaltet, geschichtet oder scheinbar instabil im Raum verankert. Farbige Oberflächen verleihen den Arbeiten zusätzlich eine malerische Qualität.
Mit Perspektive
Besonders eindrucksvoll ist die Art, wie Barlow Räume verändert. Ihre Installationen greifen in die Architektur ein, versperren Blickachsen, blockieren Durchgänge oder eröffnen überraschende Perspektiven. Besucherinnen und Besucher bewegen sich nicht nur durch eine Ausstellung, sondern werden Teil eines räumlichen Erlebnisses. Die Werke erzeugen ein spannungsreiches Wechselspiel aus Schwere und Leichtigkeit, Stabilität und Fragilität.
Beste Stellung
Internationale Aufmerksamkeit erhielt Phyllida Barlow spätestens 2017 mit ihrem Beitrag für den britischen Pavillon der Biennale di Venezia. Bereits zuvor präsentierte sie bedeutende Einzelausstellungen, unter anderem in der Tate Britain in London. Retrospektiven im Haus der Kunst München, in der Royal Academy London oder im Sprengel Museum Hannover unterstreichen ihre herausragende Stellung innerhalb der zeitgenössischen Kunst.
Ab 2010er-Jahre
Die Ausstellung in der Kunsthalle Krems bietet einen umfassenden Einblick in Barlows Schaffen. Gezeigt werden raumgreifende Installationen ebenso wie Einzelskulpturen, Modelle, Gemälde und Arbeiten auf Papier. Der Fokus liegt auf Arbeiten, mit denen die Künstlerin ab den 2010er-Jahren international bekannt wurde. Dabei wird sichtbar, wie konsequent sich die Künstlerin mit Materialität, Raum und Wahrnehmung auseinandersetzte.
Phyllida Barlows Werk fordert dazu auf, Skulptur neu zu denken: nicht als isoliertes Objekt, sondern als unmittelbare Erfahrung von Raum, Form und Bewegung. Die Schau macht eine Ausnahmekünstlerin erlebbar, deren Einfluss auf die Gegenwartskunst bis heute nachwirkt.
Information
Phyllida Barlow
21. 11. 2026 bis 29. 3. 2027
Kunsthalle Krems
Museumsplatz 5
3500 Krems an der Donau
Kuratorenführung mit Direktor Florian Steininger am
16. 1. 2027 um 15 Uhr