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Von Irland nach Irland

Reise. Vom Westen der Republik Irland soll uns unser Weg nach Nordirland führen – also Irland mal zwei!

Steile Felswände, raue Winde und der weite Atlantik: Die Cliffs of Moher gehören zu den eindrucksvollsten Küstenlandschaften Irlands.
Steile Felswände, raue Winde und der weite Atlantik: Die Cliffs of Moher gehören zu den eindrucksvollsten Küstenlandschaften Irlands. Stockphoto/Markus Mainka
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Irland ist ein wunderbares, problemloses Reiseland mit teilweise südlichem Gepräge: Die Menschen sind freundlich und sehr kommunikationsfreudig, die Natur blüht und wuchert dank des Golfstroms und des milden Klimas! Keltisch-irische Kultur, Kunstwerke, Klöster und bunte Orte gehören ebenso dazu wie gutes Essen, Musik und Tanz!

Wir beginnen in Galway, der Hauptstadt von Irlands Westen – einer überschaubaren Stadt in idealer Lage am Atlantik, durchflossen vom River Corrib. Es ist eine sympathische, farbenfrohe, überaus lebendige Stadt, in der sich „immer etwas tut“. Neben Gourmet-Festivals (besonders berühmt das Austernfest im September), Pferderennen (Galway Races im Juli/August), Theater- und Filmfestivals spielt natürlich Musik eine überragende Rolle. In den Straßen und Gassen, besonders in den sogenannten Singing Pubs, kann man wunderbare, häufig traditionelle Folkmusic erleben. Sehenswert sind auch Lynch Castle, die St.-Nicholas-Kirche und die imposante katholische Kathedrale.

Seen, Moore, Schafe

Von Galway geht es in die urtypische Region Connemara mit Seen, Mooren, Schafen und einer einnehmenden Landschaft. Immer wieder sieht man, wie Torf gestochen wird – noch immer dient er als Heizmaterial. In der kälteren Jahreszeit liegt bisweilen ein typisch süßlicher Geruch in der Luft. Manchmal ist die Kommunikation nicht ganz einfach, denn die alte gälische Sprache ist in Teilen Connemaras noch sehr lebendig.

Wir besuchen die Ruinen der Cong Abbey, wunderschön zwischen Lough Corrib und Lough Mask gelegen. Auch Filmliebhaber kommen auf ihre Rechnung: John Wayne und Maureen O’Hara drehten hier „The Quiet Man“. Eine Statue und ein Museum erinnern an diese Variante der „Widerspenstigen Zähmung“. Einen Stopp legen wir bei der fotogenen Kylemore Abbey ein. Entlang eindrucksvoller Berge und Buchten erreichen wir den Croagh Patrick, den heiligen Berg der Iren – Ziel vieler Pilger auf den Spuren des hochverehrten Nationalheiligen. Besonders Ende Juli steigen Tausende, manche barfuß, auf den steinigen Berg.

Auf der Weiterfahrt nach Sligo bietet sich Carrowmore an: eine der größten megalithischen Grabanlagen Irlands mit Dolmen und Steingräbern. Manche dieser Zeugnisse reichen bis ins 4. Jahrtausend vor Christus zurück. Ein ehrfürchtiger Blick auf die frühe kulturelle Entwicklung.

Dann erreichen wir die – gar nicht bemerkbare – Grenze zu Nordirland!

Sehr besuchenswert sind die Marble Arch Caves, imposante Tropfsteinhöhlen, sogar mit einer kurzen unterirdischen Bootsfahrt. Überall in Irland blüht es! Daher ist die Insel auch ein Land wunderschöner Gärten. Zum Beispiel Florence Court mit seinem Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert und den noch schöneren Parkanlagen: Spaziergänge durch paradiesische Blütenpracht!

Bibel der Armen

Wir unternehmen einen Bootsausflug auf dem Lough Erne zur Devenish Island, einer Klostergründung des 6. Jahrhunderts mit Kirchenruinen und einem prachtvollen Rundturm (25 Meter hoch). Diese typisch irischen Türme dienten als Glockentürme und Zufluchtsorte. Ebenso charakteristisch sind die Hochkreuze: Sie kennzeichneten heilige Orte, waren Treffpunkte und erzählten mit ihren Bildern biblische Geschichten – eine „Bibel der Armen“ für Menschen, die nicht lesen konnten.

Wieder in der Republik zieht uns Donegal mit den mächtigen Klippen von Slieve League an, die fast 600 Meter hoch aus dem Atlantik aufragen. Wandermöglichkeiten und atemberaubende Ausblicke erwarten uns. Berührend ist das ­kleine Folk-Museum in Glencolumbkille, das vom harten, entbehrungsreichen Leben an diesem entlegenen Küstenabschnitt erzählt. Irland war lange ein Armenhaus Europas und ein typisches Auswandererland. Besonders die große Hungersnot des 19. Jahrhunderts zwang viele Menschen, ihre Heimat zu verlassen; heute leben weltweit zig Millionen Menschen irischer Abstammung. Heute hat Irland eine bemerkenswerte wirtschaftliche Entwicklung hinter sich. Irlands Küste bietet wunderschöne, sehr verschiedenartige Strandabschnitte. Besonders eindrucksvoll ist der hufeisenförmige Silver Strand nahe Glencolumbkille, eingebettet zwischen grünen Hängen – er begeistert jeden Besucher.

Nahe Letterkenny besuchen wir die Glebe Gallery – sicher noch ein Geheimtipp! Der in Irland berühmte Maler Derek Hill lebte und arbeitete hier, empfing Gäste und hatte Kontakt zu Künstlern seiner Zeit, etwa Oskar Kokoschka. Haus, Kunstsammlung und Garten überraschen und begeistern. Durch den Glen­veagh-Nationalpark mit Schloss und Park geht es weiter zum Grianán of Aileach, einem der schönsten Ringforts Irlands. Hoch über dem Lough Swilly thront diese mächtige Anlage. Ringforts dienten als befestigte Siedlungen und Herrschaftssitze. Grianán of Aileach war mit den Königen von Aileach verbunden – und bietet einen großartigen Blick über das Land. Schließlich kommen wir nach Derry. Wir bewundern die nahezu vollständig erhaltenen Stadtmauern und die schöne Guildhall mit ihren Glasfenstern, die uns die Geschichte der Stadt schildern.

Dazu gehören auch die traurigen „Troubles“, wie die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen zwischen Republikanern und Unionisten, zwischen britischer Zugehörigkeit und irischer Einheit beschönigend genannt werden. Beeindruckend und bedrückend ist ein Spaziergang entlang der berühmten Murals, der Wandbilder im Stadtteil Bogside. Hier werden Erinnerungen an die Opfer wachgehalten, Friedensbotschaften verkündet, aber auch „Helden“ verherrlicht. Schon der Name verweist auf die Spaltung: Derry ist vor allem in der irisch-nationalistischen Tradition gebräuchlich, Londonderry stärker in der britisch-unionistischen.

Entlang der Küste

Ein grandioser Höhepunkt ist der Giant’s Causeway an der Nordküste. Der „Damm des Riesen“ gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe – und das natürlich zu Recht. Tausende meist sechseckige Basaltsäulen, entstanden beim Abkühlen vulkanischer Lava, bilden eine unglaubliche Küstenlandschaft. Dazu kommt die Sage vom Riesen Finn McCool, der einen Damm nach Schottland gebaut haben soll. Eine eindrucksvollere Küstenlandschaft ist kaum vorstellbar!

Entlang der Küste geht es schließlich nach Belfast. Das imposante Rathaus bildet das Zentrum, auch die Queen’s University und der Botanische Garten sind sehenswert. Besonders eindrucksvoll ist das Titanic-Museum. Der Luxusdampfer, damals eines der größten Schiffe der Welt, wurde hier gebaut und brach 1912 von Southampton zu seiner verhängnisvollen Jungfernfahrt auf. Das Museum erzählt auch von Belfasts bedeutender Schiffbaugeschichte.

Belfast ist eine lebendige Stadt mit schönen Lokalen, Restaurants, Museen und kulturellen Angeboten – absolut einen Besuch wert. Eine Reise in die beiden Teile Irlands ist immer interessant, überraschend, inspirierend – ein Kaleidoskop von Geschichte und Gegenwart, Kultur und Brauchtum, Menschen und Mythen, Musik und Literatur!

Zur Person

Dieser Reisebericht stammt von Mag. Leo Neumayer, Reiseleiter bei Kneissl Touristik. Der Germanist und Theologe interessiert sich besonders für Geschichte, Kunst, Literatur und religiöse Traditionen. Das zeigt auch sein persönlicher Streifzug durch Irland.

Irland entdecken

Die Große Irland RundReise mit Nordirland führt 2027 wieder zu den kulturellen und landschaftlichen Höhepunkten beider Teile der Insel:

13.06.–25.06.2027 mit Rosa Hackl
11.07.–23.07.2027 mit Mag. Karl Schöber
22.08.–03.09.2027 mit Mag. Leo Neumayer

Nordland 2027 – ab Ende November

Ende November erscheint unser neuer Katalog „Nordland 2027“ mit vielen besonderen Reisen nach Irland, Großbritannien, Island, Skandinavien, auf die Färöer-Inseln und nach Grönland. Freuen Sie sich auf eigenständig entwickelte Programme, große Naturlandschaften und vielfältige Einblicke in Kultur und Geschichte des Nordens.

Reiseprogramm, Leistungen und Buchungsmöglichkeiten: www.kneissltouristik.at